Euthanasie

Niemand möchte über das Lebensende seines Tieres nachdenken. Trotzdem ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, da der Tag X für jedes Pferd, jedes Tier einmal kommen wird. Ein Pferdebesitzer wünscht sich meist, dass wenn es einmal soweit ist, das Tier möglichst sanft in der Nacht einschläft bzw. einfach nicht mehr aufwacht. Leider ist das in den wenigsten Fällen so; auch wir Tierärzte müssen bestimmte Voraussetzungen vorfinden, um ein Pferd einzuschläfern.

Lt. Art 2, § 6 des Tierschutzgesetzes ist das Töten ohne vernünftigen Grund verboten. Weiters darf das wissentliche Töten - abgesehen von einigen Ausnahmen (Schlachten, ....) nur durch Tierärzte erfolgen.

Es ist einem Tierarzt also verboten, ein gesundes Tier einzuschläfern und nicht selten wird eine gewünschte Euthanasie von Seiten des Tierarztes rechtens abgelehnt, wenn sich keine veterinärmedizinischen Gründe finden. Denn auch unter Tierbesitzern gibt es 'Extreme' in beide Richtungen: Besitzer, die sich vor Verantwortung drücken wollen und gesunde Tiere loswerden wollen, und Besitzer, die keine realistische Einstellung zur veterinärmedizinischen Notwendigkeit (schwere Krankheit, Verletzungen....) haben; in sehr schweren Fällen kann es hier auch notwendig sein, den Amtstierarzt einzuschalten.

Die Definition der Euthanasie lautet: 'dem nicht zu behebenden Leiden ein Ende zu bereiten'; die häufigsten Gründe sind Koliken mit infauster Prognose, schwere Verletzungen & Unfälle, chronische, nicht heilbare Krankheiten, übermäßiges Leiden... . Es gibt einige wichtige Fragen, die ich bei einer bevorstehenden Euthanasie mit meinen Kunden abkläre, wie zb ob das Tier leidet, welche Therapiemöglichkeiten es gibt bzw. ob diese ausgeschöpft sind oder ob es Alternativen gibt.

Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem aus medizinischen, tierschützerischen oder sicherheitsbedingten Gründen ein Pferd eingeschläfert werden muss, ist die Zusammenarbeit, besonders aber die vorausgehende Absprache zwischen Tierbesitzer und Tierarzt sehr wichtig. In diesem Gespräch wird - bei chronisch kranken Tieren - ein Zeitpunkt vereinbart, an dem möglichst viel Ruhe im Stall ist. Jeder muss für sich selbst entscheiden, bei diesem meist sehr emotionalen Ereignis dabei zu sein, oder sich lieber zuvor von seinem Freund zu verabschieden. Auch an den komplikationslosen Abtransport muss gedacht werden. Weiters wird in diesem Gespräch der genaue Ablauf der Euthanasie besprochen, damit Sie sich - sofern Sie sich dafür entscheiden, anwesend zu sein - vorbereiten können.

Als Tierbesitzer trägt man Verantwortung für seinen Liebling, und zwar bis zu seinem letzten Tag. Seien Sie sich dieser Verantwortung bewusst, halten Sie Ihrem Freund die Treue und zeigen Sie die erforderliche Empathie, dem Tier unnötiges Leiden zu ersparen.

Wir weisen Sie darauf hin, dass bei Pferden, welche keinen Equidenpass resp. Mikrochip haben, erhebliche Probleme mit der Verwaltungsbehörde auftreten können, insbesondere in Zusammenhang mit dem Ableben des Tieres.

Die TKV ist verpflichtet, bei der BH Meldung zu erstatten und es kommt zu einer finanziell aufwendigen Verwaltungsstrafe!