Entwurmung

Richtig entwurmen .... für viele Pferdebesitzer ein leidiges Thema, da unterschiedlichste Meinungen kursieren.
Generell gilt:

  1. Nur weil man im Kot keine Würmer sieht bedeutet es nicht, dass das Pferd keine Würmer hat!
  2. Auch ein dickes Pferd kann verwurmt sein
  3. Ein dünnes Pferd MUSS nicht verwurmt sein (andere Krankheiten, Zähne, Fütterungsprobleme...)

Wurmeier können nur unter dem Mikroskop erkannt werden; weiters kann ein Pferd Würmer haben, von denen aber nicht regelmäßig Eier ausgeschieden werden, dh ein negativer Befund, insbesondere bei Bandwürmern, sollte stichprobenartig wiederholt werden.

Prinzipiell muss man bei den Wurmpräparaten zwischen Inhaltsstoffen gegen Spul-/Rundwürmer und gegen Bandwürmer unterscheiden. Spul-/Rundwürmer können mit Ivermectin-, Pyrantel-, Moxidectin-, Febendazol- oder Mebendazolhältigen Präparaten bekämpft werden, gegen Bandwürmer wirkt der Inhaltsstoff Praziquantel.

Je nach Haltungsform, Anzahl der Pferde auf der Koppel (Neuzugänge!) aber auch je nach Koppel-'Management' (Absammeln von Kot) gibt es mehrere Möglichkeiten zu entwurmen: kombinierte Präparate oder einzelne Präparate. Je nach Entwicklungszyklus der einzelnen Wurmarten empfiehlt sich ein Entwurmungsplan wie folgt:

April/Mai (Beginn der Koppelzeit): RW
Juni/Juli: RW (BW)
August/September: RW
Oktober/November bis Februar: RW/BW
RW Rundwürmer, BW Bandwümer

Fohlen und Jährlinge sollten im ersten Weidesommer im Schnitt alle 6 - 8 Wochen, bei starkem Befall auch öfter entwurmt werden. Im Idealfall wird die Mutterstute in der Woche vor der Geburt bzw. am Tag des Abfohlens entwurmt, da es bestimmte Wurmarten (zB Zwergfadenwürmer) gibt, die sich über die Milch schon früh auf das Fohlen übertragen (galaktogene Übertragung).

Auch auf die korrekte Verabreichung sollte besonderes Augenmerk gelegt werden: das Maul muss leer sein, da sonst die Wurmpaste mit Futterresten verkleben kann und das Pferd die Wurmpaste sehr leicht wieder aus dem Maul bringt. Außerdem lässt sich schwer abschätzen ob und wieviel geschluckt wurde - bei einer Unterdosierung wartet man dann auch vergebens auf eine Wirkung.

Viele Eseln und Pferde reagieren schon wenig begeistert, sobald sie die Wurmpaste nur sehen oder riechen; für solche Fälle bieten sich als Alternative Präparate mit Apfelgeschmack in Tabs-Form an.