Akupunktur

Die Akupunktur findet einerseits Anwendung, um bestimmten Erkrankungen vorzubeugen, hauptsächlich aber bei chronischen Erkrankungen.
 
Indikationen:

  • Rückenschmerzen und damit verbundene Lahmheiten bzw. Taktunreinheiten
  • Chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates (Verspannungen, Arthrosen, chron. Tendinitis..)
  • Erkrankungen des Atmungstraktes (Husten, COPD/RAO ...)
  • Hautprobleme (Ekzeme, Wundheilungsstörungen, Allergien)
  • Zyklusprobleme
  • Leistungsabfall z.B. bei Sportpferden
  • Headshaker-Syndrom
  • im Alter zur Steigerung des Wohlbefindens und der Agilität

Hier sei nochmals betont, dass auch der Akupunktur bei  irreparablen Zerstörungen an Geweben und Organen Grenzen gesetzt sind.

Ein Beispiel:
ein Pferd, welches seit 10 Jahren dämpfig ist, kann durch die Akupunktur nicht in ein 100% gesundes Pferd verwandelt werden. Es kann aber eine erhebliche Erleichterung bei der Atmung, somit ein verbesserter Sauerstoffaustausch, sowie ein Abhusten vorhandenen Schleims erreicht werden.

Ablauf einer Behandlung

Als Tierärztin setze ich die Akupunktur gerne unterstützend zur Schulmedizin ein. Insbesondere in chronischen Fällen können damit gute Erfolge erzielt werden.

Bei meinem Erstbesuch ist es daher für mich wichtig, dass Sie mir Ihr Problem schildern, was Ihnen an Ihrem Pferd aufgefallen ist (Verspannungen, Lahmheiten, Atemnot, Leistungsschwäche…), welche Medikamente das Pferd bekommen hat oder zur Zeit bekommt.
In einigen Fällen kann es auch erforderlich sein, Unklarheiten zuerst schulmedizinisch abzuklären und die Akupunktur erst anschließend therapeutisch einzusetzen.

Ich werde Ihnen im Rahmen der Akupunkturbehandlung auch Fragen stellen, die Ihnen vielleicht eigenartig vorkommen, wie zB zum Gemüt Ihres Tieres (dominant, vorsichtig, ängstlich …) oder sofern bekannt auch Fragen zum Fohlenalter oder über die Elterntiere. Die Antworten können mir wichtige Hinweise geben, in welchen Funktionskreisen es eventuell Störungen gibt. 

Danach werde ich mir Ihr Pferd genauer ansehen und bestimmte Punkte kontrollieren, die schmerzempfindlich sein können und wiederum Hinweise auf Funktionskreise geben.

Nach der Diagnosestellung entscheide ich mich, welche Punkte genadelt werden. Die Qualität einer Akupunkturbehandlung hat nichts mit der Anzahl der genadelten Punkte zu tun. Oft hört man: ‚es wurden ja nur 3 oder 5 Punkte genadelt …’. Wie gesagt: es macht nicht die Menge der gestochenen Punkte aus, es müssen die richtigen sein. Ob das 3, 5 oder 8 sind kann man nicht als Qualitätskriterium heranziehen.

Die Nadeln bleiben in der Regel 20 Minuten im Pferd. In den meisten Fällen tolerieren die Pferde die Behandlung sehr brav, auch weil für die Behandlung speziell geschliffene und sehr dünne Akupunkturnadeln verwendet werden.

Das Tier entspannt sich schon während der Therapie, erkennbar am Tiefsinken des Kopfes, am müden Blick, an der hängenden Unterlippe oder am Abkauen. Es kann durchaus sein, dass es nach der Behandlung sehr müde ist, oder aber auch dass sich am Tag darauf die Symptome verschlechtern; dies wird als Hinweis für die Wirkung gewertet. Der Körper arbeitet und muss sich auf den Energiefluss neu einstellen.

Häufige Frage: 'Kann ich mein Pferd nach einer Akupunkturbehandlung reiten?'

Wenn Sie zB vom Masseur kommen, ist es für Sie auch angenehmer, den Tag ruhig ausklingen zu lassen, als sich wieder voll in die Arbeit zu stürzen. Daher empfehle ich grundsätzlich, dem Pferd am Tag der Akupunktur eine Pause zu gönnen. In manchen Fällen kann es auch notwendig sein, eine längere Pause einzulegen, das wird individuell entschieden.